Thüringer Allgemeine 20.01.2004
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VERWANDELT: In immer neue Rollen schlüpfte der bekannte Erfurter
Kabarettist Dr. Bernhard Röhrig bei seinem Auftritt am Wochenende im
Mühlhäuser Puschkinhaus.
Fotos: C. WENDT |
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Mit satirischem Biss durch
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Der grüne Wanderhut täuscht. Wer von Dr. Bernhard Röhrig, Kabarettist aus Erfurt, am Samstagabend im großen Saal des Puschkinhauses Volkstümliches erwartete, war auf der falschen Fährte. Sehen Sie, soll ihm ein Veranstalter nahe gelegt haben, Politisches wollen die Leute nicht. Davon haben sie die Nase voll. Röhrig jedoch findet es toll, was "die da oben" so treiben: Wovon sonst sollte ein Kabarettist leben? Und so braucht er nicht lange suchen, um die wunden Punkte des Standortes Deutschland zu finden. Stand, so wie stehen bleiben, ist nur eines seiner zahlreichen |
gelungenen Wortspiele. Natürlich, wandern
am Abgrund ist nicht ungefährlich. Aber auch da hilft sich der Optimist
selbst: am Abgrund ist wenigstens die Aussicht am schönsten.
Die ist jedoch in deutschen Landen alles andere als rosig. Da schleicht sich einer früh verschämt aus dem Haus, wenn er noch Arbeit hat. Auch Röhrig als Thüringer Kabarettist begreift den Sparzwang und las einen Text einfach ab. Mit satirischen Liedern zur Gitarre unterhielt Röhrig und schlüpfte im Laufe des zweistündigen Programms in immer neue Rollen. Wen wundert es, dass |
unser kleines Bundesland dabei nicht
verschont blieb? Thüringen auf dem Weg in die Unabhängigkeit. Ein Weg,
gesäumt von Bratwurtstständen und der neuen Hymne, gesungen von den
Thüringer Wandernieren. Ein Kleinstaat neu aufgelegt.
Mühlhausen war nicht der Ort, der unpolitisches Kabarett verlangte. Röhrigs bissige Kommentare belohnte das Publikum im ausverkauften Saal mit reichlich Beifall. Der erprobte Satiriker, der bereits sieben mal die Mühlhäuser begeisterte, wurde musikalisch von der Tilenau-Swing-Band unterstützt. Christiane WENDT |
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"Am Abgrund ist die Aussicht am schönsten"