Thüringer Allgemeine  14.01.2002

Mit der Uhr auf der Spur von Wessi und Ossi

Kabarettist Bernhard Röhrig vor ausverkauftem Haus

SATIRE: Kabarettist Dr. Bernhard Röhrig war am Samstag mit seinem Programm zu Gast im Puschkinhaus.

Foto: A. VOLKMANN

MÜHLHAUSEN (vo).

Er kommt durch die Hintertür - nicht nur, was das Erscheinen von Dr. Bernhard Röhrig am Samstagabend im Saal des Puschkinhauses angeht, sondern ganz besonders auch seine Art, Politik- und Sozialkritik kabarettistisch zu verpacken. Mit seinem Programm "Sieben Jahre frech" stand Röhrig auf der Bühne. Er begrüßte die Gäste im ausverkauften Haus als Vincente aus Sizilien mit der Feststellung: "Eure Politiker sind nicht korrupt, dazu sind sie zu kurz im Amt".

Der Thüringer Kabarettist ließ Höhepunkte aus sieben Jahren Solokarriere Revue passieren,

nahm dabei Beziehungskisten zwischen Deutschen und Außerirdischen zum Thema und erprobte satirisch, den Freistaat zum eigenständigen Staat zu erheben. So richtig mit eigener Hymne und Nationalflagge, die auf Anraten der Regierung ganz in schwarz gehalten würde.

Auch die Ossi-Wessi-Beziehung ist immer noch Thema. Mit einer raffinierten Erfindung macht Röhrig dabei auf sich aufmerksam. Ein Testgerät verrät, ob das Gegenüber aus dem Osten oder dem Westen kommt. Das Ding ist eine ganz gewöhnliche Uhr: Ist es nun also Viertelneun oder Viertel nach acht?


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