Thüringer Allgemeine 21.01.2002
Auch im Saal des Schlösschens kam er durch die HintertürDr. Bernhard Röhrig mit dem Besten aus sieben Jahren Solo-Kabarett |
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| BAD LANGENSALZA
Dr. Bernhard Röhrig kommt durch die Hintertür. Nicht nur am Samstag Abend war das so im Saal des Friederikenschlösschens. Röhrig ist Kabarettist - und da kommt man bekanntlich schon mit dem, was man sagt, durch die Hintertür. Etwa 100 Gäste füllen am Abend den Saal, um das Beste aus sieben Jahren Solokabarett mit dem Satire-Doktor aus Erfurt zu erleben. Es geht um den Familienvater aus Hessen, dessen Tochter unerwartet ein Mondmännchen zum Liebhaber hat. Getreu dem Motto: Wir haben ja nichts gegen Außerirdische, aber müssen die ausgerechnet bei uns einziehen. Es geht aber |
auch um die Machenschaften im Freistaat
Thüringen, den Röhrig in seinem Programm über kurz oder lang zum
Kaiserreich ernennt. Auch spielt die Ossi-Wessi-Beziehung immer noch eine
Rolle. Schließlich sei das beste Instrument, um beide auseinander zu
halten, eine Uhr. Ist es nun viertel neun oder viertel nach acht? Und auch
"unser Feindbild" sei über Nacht verschwunden. Aber auch die
Kapitalisten hätten keins mehr - wo schon findet man jetzt noch richtige
Kommunisten, fragt Röhrig. Das einzige Feindbild, das uns letztlich
bliebe, sei das Finanzamt.
Und trotz mancher DDR-interner Satire kommt Röhrig mit |
seinem Programm auch in den alten
Bundesländern an, erklärt er im Gespräch. Sein Resümee aus sieben
Jahren Polit- und Gesellschaftssatire: "Es hat Spaß gemacht. Umso
besser, wenn das Publikum mit einsteigt." So war das auch im Saal des
Schlosses. Nicht nur, weil Röhrig die Politik auf den Arm nahm:
"Wenn wir keine Politiker hätten, müssten wir uns selbst
belügen!".
Noch bis zum Jahresende ist "Sieben Jahre frech" auf den Bühnen in Thüringen zu sehen. Momentan arbeitet Kabarettist Röhrig schon an seinem neuen Programm "Rette uns, wer kann! - Neues aus der Schwarzmal-Klinik". Alexander VOLKMANN |
SATIRE-DOKTOR: Wir haben ja nichts gegen Außerirdische, aber müssen die ausgerechnet bei uns einziehen. Jetzt arbeitet Bernhard Röhrig an einem neuen Programm. TA-Foto: A. VOLKMANN |
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"Sieben
Jahre frech"