DIENSTAG, 19. JANUAR 1993
BUCHCAFE
| BAD HERSFELD Im Kulturtreff
Buchcafé war die Platzsuche am Samstag abend wieder mal
ein echtes Problem. Grund dafür war der Kabarettabend
von oder eher mit Bernhard Röhrig. Der Kabarettist aus Weimar hatte zur allgemeinen Bilanzierung des "Deutsch-und-Deutsch-gesellt-sich-ungern- Pokers" aufgerufen. Ein Abend mit Witz, vor allem aber Biß und Zweifel, mit reichlich Variationen zum schier unerschöpflichen Thema Deutschland. Gleich anfangs wurden alle Zuhörer über verschiedenste Mißverständnisse im alltäglichem Leben belehrt: Zunächst klärte sich durch Worte wie verfahren, verlaufen und versprochen die mißverstandene Bedeutung der deutschen "Vereinigung" auf. "Und wenn man etwas kauft, mit Geld das man nicht hat, um Leuten zu imponieren, |
die man nicht mag, was ist
das dann?" Die einfache Antwort: Konsumzwang. Kurz gesagt: Das Wortspiel ist Röhrigs Werkzeug, Mit diesem bearbeitete er vehement den Staat, die Bevölkerung desselben, die Kirche, besonders den Papst, die Spezies Miet-Haie, die deutsche Mafia ebenso wie das anonyme umweltzerstörende Wesen "Gesellschaft". Wortattacken Immer wieder waren Mißstände oder Problemchen Spielbälle der Wortattacken des Kabarettisten. Politkabarett, bissig manchmal etwas verbissen und mit zu wenig Witz. Ein gesellschaftlicher Rundumschlag, der in seiner Vollständigkeit gerecht und nicht zuletzt dadurch auch berechtigt war. Stephan Breuer |
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Einen gesellschaftlichen Rundumschlag startete Kabarettist Bernhard Röhrig am Samstag im Buchcafé. (Foto: zbt) |
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