Lausitzer Rundschau 07.09.2004
"Am Abgrund ist die Aussicht am schönsten"Die lange Nacht des Museums zog zahlreiche Gäste an / Viel Beifall für Kabarett-Programm |
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Kabarettist Bernhard Röhrig unterhielt das Publikum im Dahmer Museum mit seinem Soloprogramm FOTO: Gudrun Driesen
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Publikum. Bei diesen
Urlaubstipps konnte seinen Zuschauern das Lachen schon im Halse stecken
bleiben. Der Kabarettist traf mit seiner tiefgründigen Sicht auf die
Abgründe, die uns überall umgeben, immer ins Schwarze. Seiner Meinung
nach bringt die Konfrontation mit den unliebsamen Wahrheiten Klarheit,
Weitsicht und zwingt zur Suche nach einem Ausweg.
Feuriger AusklangDem Publikum hat die Wanderung durch Berg und Tal des Lebens jedenfalls bestens gefallen. Mit Beifall rang es dem Kabarettisten noch mehrere Zugaben ab. Im Museumshof erwarteten dann die "Guitarreros" aus Cottbus die Besucher mit heißen Flamenco-Rhythmen bei Kerzenschein und feurigem Rotwein. Einen schöneren Ausklang des Spätsommerabends konnte man sich kaum wünschen. Museumsleiter Tilo Wolf schaute zufrieden auf das rege Treiben: "Die Beteiligung hat all meine Erwartungen übertroffen, und ich bin sicher, dass es ein nächstes Mal geben wird", sagte er. (gd) |
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DAHME. Schon zum zweiten mal luden die
Museen im Landkreis Teltow-Fläming zu einer langen Nacht ein. Eine der 29
beteiligten Einrichtungen war das Heimatmuseum Dahme. Auch hier waren ab
18 Uhr Tür und Tor zu einem Rundgang geöffnet.
Kabarettistische AussichtenIm Ratssaal füllten sich um 19 Uhr die Stühle. Hier sollte es kabarettistisch zugehen. Bernhard Röhrig - Kabarettist, Songwriter und Autor von Computerbüchern - steht seit 1981 auf der Bühne und unterhält das Publikum seit 1992 mit seinen Soloprogrammen. Am Samstag stand sein Auftritt unter dem Titel "Am Abgrund ist die Aussicht am schönsten". Der Thüringer aus Erfurt ist mit dem Auf und Ab der Landschaft seiner Heimat bestens vertraut. Als er die über 60 Gäste in Dahme aber mit dem Gruß der Rennsteigwanderer "Gut Runst" begrüßte, herrschte zunächst etwas Verwirrung. In fast zwei Stunden wanderte er bissig und wortgewandt durch das Thüringer Land und zeigte die Abgründe |
von Wirtschaft, Politik und des menschlichen
Wesens auf. So erklärte er unter anderem die Bedeutung der " Ich
AG" - Röhrig definierte sie als "Ich am Abgrund". Und da
wir von Abgründen nur so umgeben seien, sei es überhaupt nicht
verwunderlich, dass in der Politik und im Leben die Bewegungslosigkeit
vorherrsche. Das sei schließlich nur Selbstschutz für den Standort
Deutschland. Egal, wohin man gehe, es ginge nur abwärts.
Für die heiß diskutierte und ungelöste Kanzlerfrage hatte der Thüringer auch eine Erklärung. Wenn der Deutsche gefragt werde, ob er von einem Bayern oder von einer Frau regiert werden wolle, sage er doch für gewöhnlich einfach "Nö". Unliebsame WahrheitenAber nicht nur politische Themen durchforstete Röhrig. Mit Tempo ging es in den Urlaub der besonderen Art. "Wie wäre es mit Überlebenstraining und Kampfurlaub im Hindukusch oder einem Fastenurlaub in Somalia mit einheimischer Bevölkerung?" fragte er sein |
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"Sieben
Jahre frech"