Freie Presse 02.02.2004
Alltäglichen Abgründen mit Lachen begegnetThüringer Kabarettist Bernhard Röhrig nimmt Publikum in Nicolaikirche auf Gratwanderung mit |
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lachend zu befreien. "Bewegungslosigkeit ist reiner Selbstschutz", behauptete der Wanderführer, der sein abenteuerlustiges Völkchen rücksichtslos an gesellschaftlichen Höhepunkten, wie der guinness-verdächtigen Totalverstopfung des Erfurter Stadtringes und der Eröffnung der 5. Jahreszeit durch einen hessischen Euromanen teilhaben ließ. Aber: Nicht alles war ernst gemeint. Als personifizierter Showmaster moderierte Röhrig im 2. Teil seines Programms zwar voll in den Abgrund, aber hielt sich selbst am kabarettistischen Zopf sicher fest, so dass allenfalls sein goldig-schwarzer Humor und eine neue Reichsgründung zu beklagen waren. Die Rudi-Ratlos-Show, die er moderierte, untermalte er auf der Gitarre, kommentierte anschließend die Reichsgründung als Reporter im Außendienst und reimte letztendlich im | Eilzugtempo ein Gedicht unter dem Titel "Lob des Konsumismus". Das Publikum musste bei dem Eiltempo gewaltig aufpassen, nicht ins Bodenlose zu fallen, denn die Gratwanderung hatten alle schadlos überstanden. Beifall und eine Zugabe retteten Akteur und Publikum vor weiteren kabarettistischen Eskapaden. Röhrig trug noch einmal die Gitarre auf und sang "Die Dummheit geht spazieren, sie pfeift ein Freiheitslied. Didumdidum". Seit 1981 steht der Erfurter, wie er selbst meint, auf den Kabbelbrettern, die die Welt bedeuteln. 1992 startete er seine Solokarriere. Für sein neuestes Soloprogramm in Auerbach nutzte er Texte Von Ulf Annel, Rolf Dreher, Verena Fränzel, Andreas Kausch und Magdalena Raabe. Die Noten holte er sich vom Komponisten Wolfgang Wollschläger und schaute auch in die von Herbert Roth. (chh) |
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"Am Abgrund ist die Aussicht am schönsten"